Allgemeines:
Die Arthrose ist ein häufiger Grund für Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.Mittlerweile leiden alleine in der Bundesrepublik Deutschland 15 Millionen Menschen zeitweise und etwa 5 Millionen ständig unter Beschwerden, die auf diese Krankheit zurückzuführen sind. (Quelle: Orthopress 3/2004).
Was ist eine Arthrose?
Die Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung. Sie geht mit einer Deformierung der Gelenke einher, die zu Schmerzen, Schwellungen und Versteifungen führt.Grundsätzlich kann sich eine Arthrose an jedem Gelenk des Körpers ausbilden, verständlicherweise sind jedoch in erster Linie diejenigen Gelenke betroffen, auf denen große Teile des Körpergewichts lasten, also Hüft- und Kniegelenk sowie die kleinen Gelenke der Wirbelsäule.
Ursachen und Entstehung
Kennzeichnend für die Arthrose ist, dass der elastische Knorpel, der die Knochenenden innerhalb des Gelenks bedeckt und für die Gleitfunktion verantwortlich ist, seine glänzend-glatte Oberfläche verliert und rau wird. Er reibt sich immer weiter ab, bis schließlich die ungeschützten Knochenenden aufeinander scheuern.Dieser Prozess wird zusätzlich durch den Verlust der Gelenkschmiere (Synovia) verstärkt. Dadurch werden die aufeinander schabenden Knochenanteile erheblich geschädigt: Knochengewebe wird abgebaut, am Gelenk entstehen Zacken, Wülste und Wucherungen. Abgeriebenes Knorpel- und Knochenmaterial verursacht dann eine Entzündung der umgebenden Gelenkinnenhaut. Dadurch können die Gelenke immer wieder überwärmt und gerötet sein. Die Gelenkkapsel verdickt sich, die Beweglichkeit geht immer weiter zurück, und nach und nach kann das Gelenk infolge von Kalkeinlagerungen vollkommen versteifen (Gelenkversteifung).
Risikofaktoren
Begünstigt wird die Krankheit durch alle Faktoren, die das Gelenk übermäßig oder außergewöhnlich belasten wie z.B.:- angeborene oder erworbene Fehlstellungen
- Übergewicht (allgemein falsche Ernährung... Alkohol, Fleischprodukte etc.)
- extreme Beanspruchung in Beruf und Sport
Andererseits beschleunigen aber auch Krankheiten, die das Gelenk direkt schädigen, die Entwicklung einer Arthrose. Hier spielen vor allem die Gicht, aber auch eine angeborene Knorpelschwäche sowie Unfälle mit Gelenkbeteiligung die wichtigste Rolle.
Stadien
Hinsichtlich der Entwicklung, der Diagnose und der Therapie unterscheidet man heute bei der Arthrose vier Stadien:- Das erste Stadium (Präarthrose) verläuft ohne Beschwerden, obwohl hier bereits Vorläufer der Gelenkveränderung vorhanden sind.
- Auch im zweiten Stadium (stumme oder latente Arthrose) ist der Patient meist beschwerdefrei; bei gezielter Untersuchung (z.B. Röntgen) können aber bereits Gelenkveränderungen nachgewiesen werden.
- Im dritten Stadium (aktivierte Arthrose) treten dann allerdings ausgeprägte Beschwerden auf. Die Überbeanspruchung des bereits arthrotisch veränderten Gelenks verursacht eine Entzündung der Gelenkkapsel.
- Das vierte Stadium schließlich ist durch eine zunehmende Zerstörung des Gelenks gekennzeichnet.
Fazit
Zur Absicherung der Diagnose wird der Arzt im allgemeinen eine Röntgenuntersuchung durchführen bzw. sie veranlassen. Im Röntgenbild zeigen sich die typischen Gelenkveränderungen:- Osteophyten (Ausläufer des Knochens in der Form von "Stierhörnchen")
- Verschmälerung des Gelenkspaltes
- Subchondrale Spongiosaverdichtung ( Verdichtung das Knochens unterhalb des Knorpels
- Geröllzysten (hohlraumartige Knochendefekte unterhalb das Knorpels in den Hauptbelastungspunkten)
- Verklumpung der gelenkbildenden Knochenanteile